Thema im Fokus

Engagement für Flüchtlinge

Sarah Morcos / mup.de
Sarah Morcos / fes-mup.de

Die Zahl der schutzsuchenden Menschen befindet sich auf einem historischen Höchststand. Der UNHCR, das Flüchtlingshilfwerk der Vereinten Nationen, beziffert 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Auch in Deutschland suchen Menschen Schutz. Verschiedene Akteure und Organisationen aus der Zivilgesellschaft haben es sich zur Aufgabe gemacht diese Menschen in Not zu unterstützen. Dieses Engagement für Menschlichkeit steht für eine offene Gesellschaft und die aktive Gestaltung einer Willkommenskultur sowie Orten der Begegnung.

Mit diesem Schwerpunkt beleuchten wir daher das vielfältige ehrenamtliche Engagement für Geflüchtete und beantworten folgende Fragen: Was gibt es für Engagementmöglichkeiten in der Flüchtlingshilfe? Welche Kompetenzen bedarf es in der Arbeit mit Flüchtlingen? Wie kann interkulturellen Missverständnissen vorgebeugt werden? Wo liegen die Herausforderungen? Wo gibt es Informationen und Unterstützung? Um diesen Fragen nachzugehen haben wir Link- und Lesetipps gesammelt, Expert_innen befragt und Praxishilfen für Ihr Engagement gestaltet. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen und Anregungen für die Gestaltung von Orten der Begegnung!


MuP-Veranstaltung zum Thema

Webinar „Selbstbewusst im Engagement für Geflüchtete - Strategien und Argumente für den Umgang mit fremdenfeindlichen Parolen"

Mi, 8.03.2017 und am 31.05.2017, 18.00 bis ca. 19.30 Uhr

Webinarleiterin: Simone Rafael, Amadeu Antonio Stiftung, Redaktion netz-gegen-nazis.de

Mehr Informationen zum Webinar finden Sie hier.

 


MuP-Arbeitshilfe

Die MuP-Arbeitshilfe "Interkulturelle Begegnungen: Verständnis fördern - Missverständnisse minimieren!" fokussiert auf interkulturelle Sensibilisierung in der Flüchtlingshilfe. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Kommunikation und der Vermeidung von Missverständnissen. Wir möchten Engagierten Impulse für Ihre Arbeit geben, indem wir erstens anregen sich mit den Bedingungen von Flucht und Asyl auseinanderzusetzen. Zweitens die Kulturdimension reflektieren, um herauszufinden wo drittens Kommunikationsstörungen und Missverständnisse entstehen könnten. Viertens geben wir Tipps und Empfehlungen für die Praxis. Ziel ist es den interkulturellen Dialog zu stärken und eigenes Handeln zu refelktieren!

Zur Arbeitshilfe "Interkulturelle Begegnungen: Verständnis fördern - Missverständnisse minimieren!"


(Ein)Blick in die Praxis: Unterstützung für junge Geflüchtete - Der Verein Ausbildung statt Abschiebung e.V.

AsA e.V.Der Verein Ausbildung statt Abschiebung e.V. kurz AsA steht seit 2001 für die Eröffnung von Perspektiven durch Bildung für junge Geflüchtete. Ziel von AsA ist es jungen Flüchtlingen eine Anlaufstelle zu sein, denn ein Großteil der jungen Menschen sind unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) ohne Eltern oder Familie. Bei AsA finden sie einen Ort, an dem sie sich frei äußern, weiterbilden und sich als Teil der deutschen Gesellschaft erleben können. AsA koordiniert mehr als 70 Ehrenamtliche, die sich um mehr als 160 junge Menschen kümmern.

Carmen Martínez Valdés / AsA e.V.Carmen Martínez Valdés ist die Leiterin der AsA-Geschäftsstelle und des AsA-Beratungszentrums, welches junge Menschen in Fragen des Aufenthaltsrechts, Sozialrechts und zu Alltagsfragen berät. Carmen Martínez Valdés gibt MuP einen Einblick in Ihre Arbeit mit jungen Flüchtlingen und Sie können erfahren, wie sich AsA für junge Geflüchtete einsetzt und was bei der Arbeit wichtig ist.

Zum Blick in die Praxis von Carmen Martínez Valdés und AsA


Motivation und Engagementmöglichkeiten Aus der Forschung...

Es engagieren sich viele Menschen im Bereich der Flüchtlingshilfe, doch die Strukturen sind teilweise nicht immer leicht zu erkennen. Wo kann ich helfen? Wie ist Hilfe für Schutzsuchende eigentlich organisiert? Was ist möglich im Bereich Flüchtlingshilfe? Welche ehrenamtlichen Strukturen gibt es? Diesen Fragen widmen sich teilweise die folgenden Studien:

Die Hochschule für angewandte Wissenschaften München in Kooperation mit dem Forschungsinstitut munich institute of social sciences (miss) untersuchten im Oktober 2015 Engagementstrukturen in München.

Das Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung untersuchten im Dezember 2014 Strukturen und Motive der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit in Deutschland.

...in der Praxis: Das MuP-Praxisblatt

Wie das Engagement für Geflüchtete ganz praxisnah aussehen kann, finden Sie anhand einer Sammlung von Informationsmöglichkeiten und Best-Practice im MuP-Praxisblatt „Wie kann ich helfen – Die Vielfalt des Engagements für Schutzsuchende entdecken!

Hier gehts zum MuP-Praxisblatt


Unterstützung für Engagierte

MuP/SMDie Netzwelt bietet ein breites Unterstützungsangebot, wenn es um Engagement für Geflüchtete und das Thema Flucht und Asyl geht. In unserer aktuellen Linktipp-Sammlung haben wir für Sie hilfreiche Leitfäden und Broschüren mit Best-Practice-Beispielen recherchiert, die sich der Arbeit von Engagierten in der Flüchtlingshilfe widmen.

Der Refugeeguide gibt eine Orientierungshilfe und enthält nützliche Tipps und Informationen für das Leben in Deutschland. Den Guide gibt es in verschiedenen Sprachen (deutsch, englisch, französisch, arabisch, pashto, persisch, tigrinya, serbisch, albanisch, mazedonisch).

Das Staatsministerium Baden-Württemberg hat ein „Handbuch für die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe“  veröffentlicht. Das Handbuch wurde gemeinsam mit ehrenamtlichen und hauptamtlichen Akteuren aus der Flüchtlingsarbeit erstellt, um diejenigen bei ihrer wichtigen Arbeit zu unterstützen, die sich für dieses Ehrenamt interessieren oder bereits dabei sind.

Die Caritas hat den Ratgeber „Flüchtlinge in Köln. Tipps und Informationen für ehrenamtliche Helferinnen und Helfer“ veröffentlicht. Der Leitfaden gibt Orientierung und Informationen zu Lebensrealität und -situation von geflüchteten Menschen in Deutschland.

Ein Zusammenschluss kirchlicher Träger in Niedersachsen hat eine Broschüre mit „Tipps und Informationen für (ehrenamtliche) Begleiterinnen und Begleiter von Flüchtlingen“ veröffentlicht.


Engagement gegen Diskriminierung und rechte Hetze – den gesellschaftlichen Diskurs gestalten!

Pro Asyl und die Amadeu Antonio Stiftung haben die Broschüre „Die Brandstifter. Rechte Hetze gegen Flüchtlinge veröffentlicht, welche die Akteure und Strategien rechter Mobilisierung aufzeigt und mit Fallbeispielen und Informationen aufklärt.

Die VER.DI-Jugend bietet im Informationsportal gegen Diskriminierung Hintergründe und Materialien zu verschiedenen Diskriminierungsformen und hat eine umfangreiche Sammlung von Argumentationshilfen gegen menschenverachtendes Handeln.

Die Caritas beschäftigt sich in der neuen caritas Nr. 4 mit dem Themenschwerpunkt "Gegen rechts". Sie gibt darin u.a. konkrete Empfehlungen, wie man im Umgang mit Rechtsextremisten Zivilcourage zeigen kann und stellt die Initiative "Sach wat! Tacheles für Toleranz" der Caritas im Bistum Essen vor. 

 „Asyl“, „Asylbewerber“, „Asylsuchende“, „Flüchtlinge“ – Einen Überblick zu vielfältigen Begriffen und Bezeichnungen liefert der Mediendienst Integration sowie die Neuen deutschen Medienmacher mit Glossaren zur Sprachsensibilisierung – denn unsere Sprache und unsere Wortwahl haben Einfluss auf die Gesellschaft!

Zusätzlich bietet der Mediendienst Integration Zahlen und Fakten“ zum Thema Flucht und Asyl und die Menschenrechtsorganisation ProAsyl liefert einen Beitrag zu Willkommenskultur in Deutschland.

Die Zeitschrift Internationale Politik und Gesellschaft (IPG) widmet einen Schwerpunkt dem Thema Flucht und der gesellschaftlichen und internationalen Debatte, u. a. mit dem Beitrag „Ich finde die Bezeichnung ‚Wirtschaftsflüchtlinge‘ abfällig.“, einem Interview mit Staatsministerin Aydan Özoğuz, der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, indem Sie über Ängste in der Bevölkerung spricht und warum ein sensibler Sprachebrauch angebracht ist.

Dazu passend der Artikel „Das Kind beim Namen nennen? Rassismussensible Sprache in der Bildungsarbeit“ von Meron Mendel aus der Zeitschrift Außerschulische Bildung.